18.03.2015

ein heilsames leben...

ich lese gerade frauenkörper. frauenweisheit. da geht es um die weisheit des körpers. krankheit als botschaft. der körper als spiegel der seele.
es wird ein 12 schritte programm zur heilung vorgeschlagen - hier mal zwei :-)
* die eigene geschichte kennen
* die eigenen überzeugungen kennen - verfolgen sie wirklich ihr lebensziel? stellen sie ihre bedürfnisse gegenüber andere zurück? loben sie regelmäßig ihre stärken und leistungen? wenn alles möglich wäre, schnell, mühelos und sofort - wie würde dein leben dann aussehen?wo würdest du leben?

11.03.2015

ein ziel loslassen, um mich entspannter zu fühlen...

dieses kleine büro versinkt im chaos. und ich kriegs nicht unter meine kontrolle. mein kleiner polizist ist schon ganz dick. und er hat ein rotes gesicht. er pfeift. und dreht seinen kopf. und schaut. und will ordnung schaffen. aber es geht nicht.
ich bin nun schon drei monate alleine da - und es geht drunter und drüber. ich komm mir wie eine einzelkämpferin vor. alleine kämpfen macht mir keinen spaß. das ist anstrengend und macht müde.
in meinem neuen lieblingsmagazin (eigentlich das einzige, das ich lese) stehen unter anderem folgende fragen:
*wenn wir im alltagsstress sind, sagen wir dinge ab, die uns eigentlich gut tun - was vernachlässigst du, wenn du stress hast?
zu fuß gehen, fotos machen, träumen, lachen, bewegung, menschen treffen, kleine menschen treffen, mit ihnen spielen und u-bahn-fahren, stricken, nähen...
*welche dinge davon würdest du gern häufiger machen?
gehen und schauen und genießen, mit kindern zeit verbringen, singen 
*wir alle haben ziele, pläne, träume. um dich entspannter zu fühlen - welches ziel würdest du loslassen?
ich mag mein "perfektionismus-ziel" loslassen. das ziel, alles richtig zu machen. das ziel, die erwartungen der anderen zu erfüllen und wertschätzung von ihnen zu bekommen. das ziel, ordnung zu schaffen. der traum, vom ich kann alles schaffen. den will ich auch loswerden!!!
ich hab grenzen. und ich kann und will nicht alles schaffen. ich muss nicht alles wissen!

09.03.2015

auszeit

ein wochenende als paar. um die beziehung zu nähren. und zu stärken.
eigentlich kein wunder, dass auch beziehungen auszeiten brauchen. pausen. um sich zu erholen. und abzulegen, was sich angestaut hat. und um auf das hinzuschauen, was da ist. es hat mir gut getan. ins wir einzutauchen und das du zu erkennen um gleichertig zu landen... inspirationen...
* sich in dankbarkeit üben. und drei sachen nennen, für die man sich selbst dankbar ist. und seinem gegenüber.
* mein bedürfnis nach ausgelassenheit nähren!
* bedürfnisse in schönheit artikulieren. ihre lebenskraft dahinter entdecken und forschen... du brauchst... du wünscht... da will was leben!
* nicht im mangel  - mir fehlt nähe sondern: ich habe das bedürfnis nach gemeinschaft.
* mein bedürfnis nach zugehörigkeit und gemeinschaft erforschen: 
... tiefe sehnsucht danach, ganz lebendig zu sein. mit allem, was ich fühle. und mit allem, was ich denke. mir erlauben, authentisch zu sein. ich mache mein authentisch sei vom außen abhängig und bin frustriert, wenn ich den raum nicht bekomme, den ich mag, weil ich darauf warte, ihn zu bekommen. warten macht mich unzufrieden. die erkenntnis: ich bin selbst für mein authentisch sein verantwortlich. ich darf mir raum nehmen.
... dahinter die tiefe angst, ausgeschlossen zu sein, einsam. und unverstanden. deshalb ein großer respekt vor gruppen. vor ihren normen. und regeln. und ansprüchen.
... und gleichzeitig die unzufriedenheit und wut, wenn ich mich gruppen beuge. und mich anpasse. und erwartungen erfülle.
... und hinter dem bedürfnis nach zugehörigkeit: eine sehnsucht nach gemeinschaft über die menschen hinaus. gemeinschaft  mit der natur. dem universum. eingebunden sein. aufgehoben. geborgen.
* menschen kooperieren, wenn ihre bedürfnisse platz haben. und nur, wenn sie es freiwillig machen wollen.



06.03.2015

innehalten im strudel

was muss ich tun? was kommt als erstes? was als nächstes? was muss ich tun? wie geht das? ah... das muss ich ihr sagen! und ihn muss ich anrufen... ca 8 stunden täglich in meinem kopf.
ich bin angespannt.
und versuche, den überblick zu haben. zu wissen, was zu tun ist. nicht nur bei mir. sondern bei allen. und ich bin erschöpft. vom vielen drauf schauen, dass ich keine fehler mache. dass ich nichts kaputt mache. ich habe angst, schaden zuzufügen. eine deadline für eine förderabrechnung zu versäumen. kein geld zu bekommen. ich habe angst, etwas zu übersehen. oder zeitaufzeichnungen nicht rechtzeitig zu kontrollieren. mit den "falschen" personen über die "falschen" sachen reden und so ärger und missmut auszulösen. und im endeffekt zu schaden.
ich habe viel angst.
angst, die mich blockiert. mich zum erstarren bringt. als wäre ich im labyrinth gefangen. auswegslos. überfordert. starr.
und ab ca 8 uhr abends hab ich keine ressourcen mehr. weder zum essen machen. noch zum lieben. noch zum lesen. oder stricken. oder für meine beziehung. es bleibt nichts über.
dann bin ich streichfähig. und ich werde ungeduldig. in meiner beziehung. ich teile den ganzen tag meinen raum. und am abend mag ich nicht mehr. nicht mehr sensibel sein. nicht mehr klug. nicht mehr verständnisvoll. und ich werde streng. und mein innrer polizist verteidigt mein revier. und meine ressourcen. und lädt die waffen.
für meinen inneren polizisten schäme ich mich. ich frag mich, ob er mich vor verletzlichkeit schützen will. wahrscheinlich. ich will ihn gern akzeptieren lernen. mich selbst zu bekämpfen ist anstrengend.
die zeit, die mir für mich bleibt, ist die früh. und manchmal der nachmittag. falls ich mal früher aus dem kleinen büro gehe. dann treffe ich meine großen und kleinen freundInnen.
ich wollte nie 40 stunden arbeiten. ich weiß warum. und ich tue es trotzdem.
ich tue es, weil ich wachsen mag. weil ich lernen kann, mich zu stellen. weil ich mich über das geld freue. jeden tag gibt es etwas zu lernen. ich bin kaum in meiner comfort zone. wenn die angst der wegweiser ist, bin ich auf dem richtigen weg ;-)
und ich mag aber dieses jahr auch genießen. und feiern. ich mag bewusst leben. und es nicht nur durchstehen! dazu ist das leben zu kostbar. zu kurz. ich will eigentlich voll und ganz leben. jeden augenblick. das mag ich lernen.
und statt: bin ich für diesen job gut genug? mag ich mich sagen: ich bin für diesen job gut genug! alles, was passiert, passiert zur richtigen zeit im richtigen augenblick! ich schade nicht. ich bin gut.

23.02.2015

es gibt eine stimme in meinem kopf, dir mir sagt, dass ich keine fehler machen darf. dass ich mich anstrengen muss. und gut nachdenken soll, bevor ich etwas mache.
ich nenne diese stimme "kleiner polizist". diese stimme schaut grimmig. trägt eine uniform. und einen schlagstock.
dieser kleine polizist verursacht angst und unsicherheit in mir. und anspannung.
er runzelt die stirn und bewacht alles, was mir wichtig ist.
er hat ein starkes bedürfnis nach respekt.
er versteht sich gut mit einer anderen inneren stimme - mit meiner "strengen lehrerin". die mich lobt, wenn ich rücksichtsvoll, bedacht und brav bin. wenn ich keinen fehler mache. sie schaut auf die erwartungen der anderen. verlangt anpassung und vorsicht. weil ihr zugehörigkeit wichtig ist. und feedback. und resonanz. und harmonie.

ich weiß, dass die zwei ein teil von mir sind. sie passen auf mich auf. strengen sich an. arbeiten mit kontrolle.
und gleichzeitig sehn ich mich danach, loszulassen. die kontrolle abzulegen. jenseits von falsch und richtig zu leben. nicht immer schon vorher zu wissen, was gut ist. sondern im leben zu schwimmen. mit dem mut, fehler zu machen. weil ich darauf vertraue, immer zur richtigen zeit am richtige ort zu sein. immer.
und ich merke, dass die empathische stimme in mir wächst. und dass sie sich neben meinen polizisten und meine lehrerin stellt. statt sie zu bekämpfen. und das entspannt und freut mich.



18.02.2015

fasten mal anders :-)

fasten...
kommt vom mittelhochdeutschen vaselen oder viseln.
bedeutet fruchtbar machen, gedeihen, vermehren.

die fastenzeit als zeit, in der das leben wieder sichtbar wird.
in der alles blüht. sich vermehrt.
eine zeit des schöpferischen chaos.
in der mensch nicht im gleichgewicht sein musst.
sondern verrückt sein darf.
wie im fieber - februaris
platz für die verdeckten und verstaubten gefühle...

also fasten. 40 tage.
im wahren sinn des wortes.
mich zeigen. und mich ausdrücken.
nicht immer durchdacht.
auch verrückt. und unausgeglichen.
vertrauend statt kontrollierend.
laut. unhöflich. mehr ein räuber als eine prinzessin.

vielleicht mit einem fastenkalender.
jeden tag ein bild und eine chaotische mutmachgeschichte.


09.02.2015

alles ruhig und gediegen - was nicht fertig wird bleibt liegen ;-)

drei tage urlaub letzte woche. eigentlich hab ich mir arbeit in den urlaub mitgenommen. doch das, was ich wirklich gut kann ist abschalten und genießen. also hab ich im urlaub nichts gelernt. sondern gespielt. und nun der salat: ein haufen arbeit liegt vor mir: zwei klausuren, ein weiteres treffen des zusammenlegungsprozesses, projektansuchen, rechnungen, personelle fragen usw...
tja... jetzt kann ich also gelerntes der letzten jahre in die tat umsetzen: einen schritt nach dem anderen tun. und vetrauen. mit der gewissheit arbeiten, zur rechten zeit am rechten ort zu sein und zu tun, was zu tun ist.
so... damit nun ab ins büro!

19.01.2015

willkommen, unsicherheit.

hinter die eigenen überzeugungen schauen. sie aufdecken...
rücksicht ... die ansprüche der anderen wahnehmen und ihren erwartungen entsprechen?
liebe... rücksicht nehmen und einverstanden sein?
egoismus... die eigenen ansprüche wahrnehmen und sich an sich selbst orientieren ohne "rücksicht auf verluste"?
perfektionismus... sich nur so zeigen, wie man glaubt, es sei richtig? die eigene unvollkommenheit spüren und daran arbeiten?
zufriedenheit... negative gefühle so schnell wie möglich loswerden und wieder glücklich sein?
schutz... alles tun um keine schmerzen zu fühlen und nicht verletzt zu werden?
verantwortung... für die gefühle der anderen verantwortlich sein und sie vor schmerz schützen?
sicherheit... immer wieder prüfen und kontrollieren und erst die augen schließen, wenn man sicher ist?und so weder schuld noch scham fühlen?

und dann aus dem diffusen chaos neue überzeugungen leben...
rücksicht... neugierig sein. sich und die anderen wahrnehmen. empathisch sein. und sich authentisch ausdrücken.
liebe... eintauchen und genießen. was auch immer da ist - do you love yourself enough to listen to all the voices in your head?
selbstwert... das eigene leben als wertvoll betrachten und ihm priorität geben. nach den eigenen werten voll und ganz leben. selbst- und fremdbild von einander unterscheiden, damit die definitionsmacht über den selbstwert nicht von anderen abhängig ist.
zufriedenheit... vertrauen, dass das, was ist, gut ist. dass auch die "schwierigen" situationen genau richtig sind. wissen, immer zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein. gut und genug sein.
schutz... nach der eigenen intuition leben. grenzen wahrnehmen und respektieren. bei einem selbst und bei anderen.
verantwortung... response-ability - fähig sein, antworten zu geben. und entscheidungen zu treffen. gestalten.
sicherheit... wissen, dass alles immer im wandel und in bewegung ist. wissen, dass alle gefühle sinnvoll sind. schmerz. und leere. und einsamkeit. und verzweiflung. und trauer. sich berühren lassen. und greifbar werden. in der unvollkommenheit vollkommen sein.
"In dem Maße, in dem wir aufhören, gegen Unsicherheit und Ungewissheit anzukämpfen, in dem Ausmaß löst sich unsere Furcht auf." (Pema Chödrön)

03.01.2015

innehalten und sich neu ausrichten

2015...

* meinen selbstwert nicht mehr an außen knüpfen und auf empowerment hoffen. sondern zu dem stehen, was mir wichtig ist. zu meiner geschichte. meinen empfindungen.
* scham und verletzlichkeit spüren und zeigen.
* überzeugt sein, genug zu sein.
* mich für eine welt voll dankbarkeit und des genug seins engagieren (statt bei der kultur des mangels mitzumachen).
* einschlafen und mir denken, alles, was ich getan habe, war gut und genug. zufriedenheit kultivieren.
* auf das schauen, was da ist. dankbar sein. und dankbarkeit kommunizieren. in gedanken und dem gegenüber. (statt ständig wegen unerfüllten erwartungen enttäuscht sein.)
* tun, was zu tun ist. wie beim woofen. darauf vertrauen, immer zu richtigen zeit am richtigen ort zu sein. meinem herzen und meiner intuition folgen. (statt zu denken: ich sollte blablabla)
* viel zeit mit kindern spielen. von ihnen lernen. sie verstecken sich nicht. sie sind die mutigsten menschen. sie zeigen sich. in allen facetten. auch verletzlich.
* gehen.
* zum meer fahren. nach hamburg. nach kroatien.
* laos. reisen. mich einlassen.
* klettern. schifahren.
* ängste angehen. jeden tag.
* gfk lehren.
* mich immer wieder mal fragen, was ich tun würde, wenn ich so stark wie pippi langstrumpf wäre (wenn es mir also ganz egal wäre, was andere von mir denken)
* geschichte schreiben.
* leben. leben. leben. lieben. lachen. leben. leben. leben.

sich schämen und verletzlich sein

Verbundenheit - ist die Energie, die zwischen Menschen entsteht, wenn sie sich gesehen, gehört und geschätzt fühlen; wenn sie geben und empfangen können, ohne be- oder verurteilt zu werden, und wenn die Beziehung sie bereichert und stärkt.Zugehörigkeit - ist der angeborene Wunsch des Menschen, Teil von etwas Größerem zu sein. Da diese Sehnsucht so ursprünglich ist, versuchen wir häufig, sie zu erfüllen, indem wir uns anpassen und nach Zustimmung heischen, was nicht nur ein hohler Ersatz für Zugehörigkeit ist, sondern diese auch häufig verhindert. Da nur dann wahre Zugehörigkeit entstehen kann, wenn wir der Welt unser authentisches Selbst zeigen, kann unser Zugehörigkeitsgefühl nie größer sein als der Grad unserer Selbstannahme. (Brené Brown)

ich lese gerade ein buch von brené brown, das mich sehr inspiriert: verletzlichkeit macht stark. bei ihr geht es um die möglichkeit, aus vollem herzen zu leben. ein paar gedanken, die mich begeistern:

* um großes zu wagen ist es notwendig, grenzen zu setzen. das bedeutet, sich nicht zu überarbeiten und zb die eigene zeit voll, und voll und noch voller zustopfen. sondern sich selbst zu spüren. und bewusst tun. und die eigenen grenzen erkennen. und sie kommunizieren.

* perfektionismus bedeutet zu glauben, mit perfektem aussehen und verhalten tadel, beurteilung, kritik, scham, schuld und schmerz vermeiden zu können.

* gut genug mantra: 
- ich bin gut genug (= selbstwert statt scham: dünn genug, lieb genug, intelligent genug, kompetent genug,usw )
- ich habe genug gehabt (grenzen akzeptieren statt permanent übertrumpfen oder vergleichen)
- mitmachen, risiken eingehen und mich zeigen ist völlig hinreichend (engagement statt rückzug)

* wir leben in einer kultur des mangels, des nie genugs, der unzulänglichkeit. es geht darum besser zu werden, ehrgeizig zu sein, nicht zufrieden zu bleiben, um nicht stehen zu bleiben oder überrollt zu werden. 
wir tun viel, um scham zu vermeiden. der die überzeugung, schlecht zu sein, zugrunde liegt. scham botschaft: wage nichts, du bist nicht gut genug.
wir können aus einer kultur des mangels zu einer kultur des genug seins kommen. indem wir unseren fokus auf das legen, was gut ist. statt zu denken, ich hätte noch das und das und das und das und das tu sollen.
scham und verletzlichkeit zulassen, spüren und willkommen heißen. auch bei anderen. authentsiches sich zeigen würdigen.  

09.12.2014

zeit und raum fürs wesentliche



was für ein wochenende. eigentlich keine pause. und jetzt geht es weiter. die vorweihnachtszeit ist so vollgestopft. jetzt gehör ich auch zu denjenigen, die keine zeit mehr haben. die sich nach wochenenden sehnen, weil sie da zeit haben zu tun was sie wollen. das gefällt mir nicht. ich mag in der gewissheit leben, genug zeit zu haben. für das wesentliche. was das wesentlich für mich ist?
- menschen
- bewegung
- das büro in der kleinen stadt
- entspannung
vielleicht hilft es mir, wenn ich mir vorstelle, es ist momentan so, als würde ich ein jahr lang woofen...

was mich parallel zur zeitfrage beschäftigt ist die raumfrage: wie kann ich mir raum nehmen und mich immer so einbringen, dass es für mich passt? wie kann ich auf das hören, was mein bauch und herz mir sagen und dementsprechend authentisch handeln? ohne angst davor zu haben, beziehungen zu zerstören? wie kann ich meiner oma sagen, dass ich eine freundin habe? und wie kann ich dort, wo ich mit meiner meinung allein bin, ehrlich sein? 
vielleicht drauf kommen, was ich da befürchte: vielleicht steckt ja die scham hinter der angst. und in der scham spüre ich freude. und eine schelmisch lächelnde pippi... die sich die welt machen will, wie sie ihr gefällt. und das schwere einfach anpackt. ich spür also gar keine angst. ich denke nur, ich darf nicht aufmüpfig sein. und laut. und gleichzeitig will ich nicht anders. meine stimme ist es wert gehört zu werden. und ich bin es wert, mich auszudrücken wann immer ich mag. denn ich mach mir die welt wie sie mir gefällt :-)

05.12.2014

geben und nehmen

heute ist krampusstag... ich verstehe den krampus nicht ganz...
vielleicht steht er für mich für das "hässliche" und "böse"... für all das, von dem wir meinen, dass was es nicht gut genug machen. uns selbst oder anderen gegenüber. für das, was wir täglich versuchen zu verstecken. um angenommen und geliebt zu werden...
und eigentlich sollte er nicht strafen... weil all das, was wir verstecken, gehört ja auch zu uns... genau diese "dunklen" seiten sind vielleicht die, die uns zeigen, was uns gut tut, was wir brauchen...


Unsere tiefste Angst ist nicht die vor unserer Unzulänglichkeit.
Unsere tiefste Angst ist die Angst vor unserer unermesslichen Kraft.
Es ist das Licht, nicht die Dunkelheit, die uns am meisten ängstigt,
Wir fragen uns, wer bin ich, dass ich von mir sage, ich bin brillant, ich bin begabt und einzigartig?Ja, im Grunde genommen: Warum solltest du das nicht sein?
Du bist ein Kind Gottes. Wenn du dich klein machst, hilft das der Welt nicht. Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du glaubst, zusammenzuschrumpfen zu müssen, damit sich die Leute um dich herum weniger unsicher fühlen.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.
Wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, so geben wir anderen ebenfalls die Erlaubnis, ihr Licht scheinen zu lassen. Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien, befreien wir mit unserer Gegenwart auch andere.
Marianne Williamson

04.12.2014

eine lieblingsgeschichte zum mut haben und träumen


Die Werkstatt der Schmetterlinge von Gioconda Belli  (Zusammenfassung)
"Vor langer Zeit gab es nämlich keine Schmetterlinge. Und viele andere Pflanzen und Tiere nicht, die alle noch darauf warteten erschaffen zu werden. Das war die Arbeit der Gestalter Aller Dinge. Für die Gestalter Aller Dinge gab es ein strenges Gesetz: Sie hatten die Tiere für das Tierreich zu erschaffen und für das Pflanzenreich die Pflanzen. An diese Regel mussten sich alle halten. 
Einer von ihnen war der junge Rodolfo. Er hatte geschickte Hände und probierte gern alles aus, was nur möglich war. Oft traf er sich mit Freundinnen in einer Höhle im Wald. Dann sprachen sie darüber, was man noch alles für wunderbare Dinge erschaffen könnte, wenn es nur diese strengen Regeln nicht gäbe: z.Bsp.: Ein Baum, der wie ein Vogel singt...
Was Rodolfo aber am meisten beschäftigte, war etwas Neues: Ein Wesen, das wie ein Vogel und gleichzeitig wie eine Blume sein sollte. Das war sein Traum, an den er ständig dachte, bei Tag und in der Nacht.Rodolfo und seine Freunde wurden von der Weisen Alten in die Insektenwerkstatt versetzt: „Die Ordnung des Weltalls beruht auf Gesetzen, die so einfach wie vollkommen sind! Selbst die kleinsten Geschöpfe sind mit großer Weisheit entworfen. Damit ihr das nie vergesst und keinen Unsinn ausbrütet, werdet ihr ab morgen in der Insektenwerkstatt arbeiten!“ Mit hängenden Köpfen verließen die Freunde den Palast der Weisen Alten.
Doch dann kamen sie auf neue Ideen: Sie wollten Insekten erfinden, die wie ein Stern leuchten und sie Glühwürmchen nennen, oder welche, die vorsichtig wie Känguruhs durchs Gras hüpfen - Heuschrecken...
Rodolfo machte sich an die Arbeit und zeichnete hunderte von Entwürfen. Auch Nachts, wenn alle anderen schliefen, saß er über seinen Tisch gebeugt. Die anderen Gestalter machten sich bereits über ihn lustig.  
Eines Abends erschuf Rodolfo unabsichtlich ein unheimlich Tier: Er malte einer vorbeihuschenden Maus Häute auf den Rücken und erschuf so die Feldermaus. Ein anderes Mal  glaubte sich Rodolfo seinem Ziel ganz nahe. Er hatte ein geflügeltes Insekt  mit einem schimmernden Leib und metallisch glänzenden Flügeln entworfen. Eine Libelle flog davon. Doch Rodolfo war nicht zufrieden.Seine Freundin Fedora sagte: „Vielleicht ist dein Traum zu anspruchsvoll... Du musst bescheidener werden und einsehen, dass nicht alle Träume wahr werden können.“Rodolofo entgegente: „Aber Fedoroa, wir sind die Gestalter aller Dinge. Wir dürfen unsere Träume nicht aufgeben. Und genau darum muss ich es noch einmal versuchen.“ 
Und er machte sich wieder an die Arbeit. Seine Freunde machten sich Sorgen.Eines Nachts hatte er einen Traum von seinem Großvater, der den Regenbogen erschaffen hatte. Rodolfo wachte auf, war sehr verzweifelt, weinte viele Tränen und ging hinaus zum See.Der Morgen dämmerte schon, als er erschöpft einschlief. Da weckte ihn das Geräusch flirrender Flügel: Ein Kolibri schwirrte von Blume zu Blume, flog über das Wasser zur anderen Seite. Rodolfo sah dem schillernden Vogel nach. In eben diesem Moment fiel sein Blick auf das Spiegelbild des Kolibris im Wasser. Die Spiegelung flatterte hin und her und sah im Licht der ersten Sonnenstrahlen immer wieder anders aus. Mal glich sie einem Vogel, mal einer Blume. Rodolfo ging ein Licht auf!
Er rannte in die Werkstatt und begann zu zeichnen und zu malen und entwarf mit zarten Strichen Körper und Flügel des Schmetterlings. Schließlich rief er seine Freunde, ging mit ihnen in die Höhle im Wald und blies auf die Zeichnung. Ein orangefarbener Schmetterling erhob sich. „Du hast es tatsächlich geschafft! Und wir haben fast nicht mehr daran geglaubt, dass es dir gelingen würde! Man sollte sich nie über die Träume anderer lustig machen!“"

30.11.2014

giraffenbande


Man sollte Kinder lehren
ohne Netz auf einem Seil zu tanzen
bei Nacht allein unter freiem Himmel zu schlafen
in einem Kahn auf das offene Meer hinauszurudern.
Man sollte sie lehren
sich Luftschlösser statt Eigenheime zu erträumen
nirgendwo sonst als nur im Leben zu Haus zu sein
und in sich selbst Geborgenheit zu finden.
Hans Herbert Dreiske
ich bin zwar zurück im kleinen büro - gleichzeitig arbeite ich an der giraffenbande weiter. und es macht mir so viel spaß, mir zu überlegen wie meine kindergruppe ausschauen kann! davon träum ich:

die giraffenbande wird ein raum für kinder werden, in dem sie

* lernen, auf sich selbst zu hören
* laut sein dürfen
* sagen, dürfen, wenn es ihnen zu laut ist
* konflikte selbstständig regeln ohne gemaßregelt zu werden
* keine angst vor konflikten haben
* frei sein dürfen
* stundenlang einer beschäftigung nachgehen dürfen, wenn sie wollen
* neue erfahrungen machen
* wertschätzung erfahren (statt lob und tadel)
* feiern und bedauern
* mitfühlen statt sich entschuldigen müssen
* nicht müssen (!!!!!!!!!!)
* sich nicht fremdbestimmten regeln unterordnen
* viel zeit in der natur verbringen
* stark und schwach sein dürfen
* vielfalt als bereicherung erleben weil unterschiedlichkeit sein darf
* gleichberechtigt sind
* lernen, nicht von den urteilen der anderen abhängig zu sein
* tanzen, singen, lachen, spielen, sich ausruhen können
* kontakt zu älteren menschen haben
* obst und gemüse anbauen  
* gewaltfreie kommunkation "lernen"


20.11.2014

hin_ein!


zurück im büro in der stadt. diesmal in einer neuen rolle. in einer leitungsfunktion. 
und schon beginnt mein zweifelkopf sich sorgen zu machen. und fragt sich: wirst du das gut machen? kannst du das überhaupt? bist du nicht viel zu ernsthaft? machst du dir nicht viel zu viele gedanken? kannst du dich überhaupt von den erwartungen anderer distanzieren und zu dem stehen, was du tust?
mein zweifelkopf grübelt und verunsichert mich. bis ich klein und ruhig und müde werde. und angst spüre...
und dann erinner ich mich an: outside your comfort zone is where the magic happens... und ich denke an ronja räubertochter. an ihren mut, die angst anzugehen. sich nicht zu verstecken sondern so lange am fluss herumzuturnen bis sie keine angst mehr hat, hineinzufallen.
jetzt hab ich also einen job, bei dem ich lernen und wachsen kann. verstecken ist nicht möglich. also hinein in die herausforderung :-)
Und sie lachte leise, weil es Flüsse und Wälder gab. Es war kaum zu glauben - wahr und wahrhaftig, es gab große Bäume und große Gewässer, und alles war voller Leben, musste man da nicht lachen!Da sah sie etwas, das sie erschreckte....Und plötzlich waren sie alle dicht am Stein, seltsame graue Wesen, die ihr übel wollten. Ronja sah sie nicht, aber sie spürte mit Schauer, dass sie da waren. Jetzt wusste sie, wie gefährlich sie waren, diese Graugnomen, vor denen sie sich hüten sollte....Ja, jetzt weiß ich was Graugnomen sind, sagte Ronja.Aber wie du mit ihnen fertig wirst, das weißt du nicht, sagte Mattis. Wenn du Angst hast, wittern sie das von weit her und erst dann werden sie gefährlich.Ja, sagte Lovis, das gilt für so mancherlei. Darum ist man im Mattiswald am sichersten, wenn man sich nicht fürchtet.Das will ich mir merken, sagt Ronja.Und während der folgenden Tage tat Ronja nichts anderes, als dass sie sich vor allem Gefährlichen hütete und sich darin übte, keine Angst zu haben. In den Fluss zu plumpsen, davor sollte sie sich hüten, hatte Mattis gesagt, und darum sprang sie am Ufer kühn und keck von einem glatten Stein zum anderen, dort, wo das Wasser am wildesten toste. Schließlich konnte sie sich ja nicht im Wald davor hüten, in den Fluss zu plumpsen. Sollte das Sich-Hüten überhaupt eine von Nutzen sein, dann musste sie sich bei den Stromschnellen und Strudeln und niergendwo sonst üben.....Und hier war sie nun und hatte sich kopfüber in den Frühling gestürzt.astrid lindgren

10.11.2014

perlen sammeln


















ich kann durch das leben gehen und mich nach wunderschönen, bunten, schimmernden perlen sehnen
... nach beziehungen ohne konflikte oder
... danach umsorgt zu werden, genau so wie es mir gut tut, ohne jemanden etwas aufzuzwingen oder
... genau das zu tun, was mich erfüllt und dafür geld zu bekommen oder
... unabhängig von den erwartungen anderer zu sein oder oder oder
ich kann pläne schmieden, wie ich dort hin kommen kann
den blick auf die schatzkarte gerichtet, die mir in die hand gegeben wurde
mit dem tipp, ja keine weggabelung zu übersehen
aufzupassen und gut gerüstet zu sein
oder
ich gehe einfach los
und mal mir meine eigene schatzkarte
indem ich tue, was ich tue
in dem ich meine augen manchmal schließe
in dem ich die hindernisse am weg so lange umgehe bis ich mich traue sie zu beschreiten
... beziehungen mit konflikten
... keine erwerbsarbeit finden und kaum geld bekommen
... genervt sein von den fragen "und was machst du denn jetzt?" und irgendwann zugeben, dass mir diese frage unangenehm ist...
und in den hindernissen, die perlen sehen
und so schritt für schritt
meine schatzkarte malen

30.10.2014

let your dream set sail


heut abend geht es los. mit dem zug. in die riesenhauptstadt. über nacht.
und morgen :-)

rein in die wanderschuhe.
den boden unter den füßen spüren.
ein schritt nach dem anderen.
gehen.
gehen.
gehen. 

26.10.2014

der innere anteil



die junge frau ist platt. sie hat gestern im seminar ihrer schattenseite licht gegeben. der inneren stimme, die sie seit sie denken kann mal laut und mal leise hört: "achtung. sei vorsichtig. mach keine fehler. überlg dir gut, was du sagst und tust. halte dich an die regeln. sonst..."
der innere polizist.
die junge frau bekämpft ihn seit jahren. sagt ihm, er soll still sein und hört gleichzeitig alles, was er bedenkt. sie will eigentlich das kontrollieren lassen und sich im satten leben baden. nackt ins wasser springen. statt sich mühsam einen neoprenanzug und eine sauerstoffflasche anzuziehen.
der innere polizist steht für klarheit. und ordnung. und struktur. für sicherheit. und schutz.
alles bedürfnisse, für die die junge frau zahlreiche strategien erlernt hat. schon als kleines mädchen. sie war so brav...
und der innere polizist trägt eine uniform und eine waffe.
die panzerknacker-hippie stimme in der jungen frau hasst waffen und uniformen. sie will die gefängnisse und die waffenindustrie abschaffen. will grenzen öffnen und asylwerber/innen da  unterbringen, wo sie leben wollen. sie will gewaltfrei demonstrieren. und eine elternverwaltete kindergruppe aufmachen. und sie will noch viel mehr. zum beispiel zu fuß um die welt gehen und sich von der erde tragen lassen. und gfk trainerin werden. und mit walen schwimmen. surfen lernen. ihre träume leben. straßen sperren. autos abschaffen. (dafür schämt sich sogar der hippie anteil) flower power :-)
die junge frau mag die panzerknacker-hippie stimme.
wie soll also dic junge frau, die eigentlich ein panzerknacker-hippie sein will, dem inneren polizisten respekt entgegen bringen???????? und somit alles respektieren wogegen sie in den letzten jahren im außen gekämpft hat?????
die junge frau weiß: nur was sein darf kann sich wandeln... und der innere polizist braucht respekt, um sich zu entspannen. und vielleicht ist ja dann eine kooperation möglich... und sie werden freunde- der polizist und die panzerknacker-hippie-frau...

25.10.2014

selbstverbindung




do you
love
yourself

enough
to listen
to all the voices
in your head?

08.10.2014

berlin




eine woche in der großen stadt. gekommen, um ein seminar zur gewaltfreien kommunikation mit kindern zu besuchen. erwartungs- und freudvoll. doch das seminar brachte weder neue inspiraion noch neue erkenntnisse. vielmehr hörte ich festschreibungen. über männer und frauen.
bewusste sprache ist mir wichtig. sprache, die auf vielfältige lebenssituationen rücksicht nimmt. die nicht davon ausgeht, dass alle teilnehmenden frauen verstanden werden wollen von ihren männern. vielleicht leben nicht alle frauen mit männern zusammen... vielleicht ist das vorurteilsgewitzel über geschlechter nicht für alle witzig.
warum gehen so viele menschen davon aus, dass männer so und frauen so sind? warum ist nicht schon längst klar, dass es beziehungen gibt. und dass menschen rollen einnehmen. dass rollen flexibel sind. wenn man sie reflektiert. und sie nicht an ein geschlecht gebunden sind.
enttäuschung über ein seminar, bei dem ich mir viel lernen und eintauchen und tiefe erwartet habe... ich kenne es anders. mit übungen, die die energie vom kopf weg und hin zum körper bringen. mit tanzen. und bewegung. und malen. und rollen-spielen.
eine erkenntnis hatte ich. die selbstzuschreibung - zb ich bin misstrauisch, zweifelnd, kritisch und hinterfragend - auf schöne beweggründe hin abklopfen. erkennen, dass misstrauen klarheit will. oder dass zurückhaltung und vorsicht geschieht, weil schutz und behutsamkeit bedürfnisse sind... das tut gut. alles was wir tun ist immer das schönste und beste, das uns zur verfügung steht. und hinter allem stehen schöne beweggründe.
und trotzdem die entscheidung zu gehen. das bedürfnis nach inspiration zulassen. nicht energie für etwas aufwenden, das mir nichts wert ist. 
also kein seminar mehr. sondern zeit für die große stadt. urlaub in den menschenmassen. die vollgestopfte u- und s-bahnen aber auch das volle leben als folge haben. so viel vielfalt...
ich bin schon stundenlang auf entdeckungsreise gewesen. habe die blauen und grünen haare genossen und die graffitis und die bunten sesseln und tische. hier gibt es viel raum. viel grün. viel lärm...
gehen wenn ich gehen will. das tut mir wirklich gut.
fragen, nach was ich fragen will. frech und mutig. schön zu wissen, dass ich das kann.