28.05.2012

leere.


meinem herzen ist es bang. es ist benommen. von unsicherheit. in der früh wach ich auf und spüre leere. aber die leere liegt rechts neben meinem herzen. die karten sagen mir, ich habe angst vor der niederlage. und angst holt mich aus der gegenwart und führt mich in die vergangenheit und zukunft. ich will mich schützen. und fehler vermeiden. das macht mich klein. und zurückgezogen. und kostet energie.
umdenken und anders tun. ich will lernen. mich vom geschützenden versteck hervorwagen. und mich zeigen. mich angreifbar machen. nicht eine mauer um mich schließen.
sondern leben. von kopf bis fuß. von der kleinen zehe bis zum ende jedes kopfhaares. und lieben. ja, lieben will ich. und da sein. im jetzt. nicht mit sorgen benebelt umherwandeln. nicht mit wütenden augen, die sich nicht trauen, die leere zuzulassen und deshalb wut vortäuschen, um distanz zu schaffen. sondern tanzen. weil ich das leben liebe. und den regeln, denen ich mich nicht fügen will, entspringe ich ganz einfach. springen kann ich. mit einer clownnase am besten. und leichten füßen.
ich lerne mich wieder neu kennen. und ertappe mich bei meinen abwehmechanismen - mein mich klein machen, mich mutlos machen, meine traurigkeit, meine bösen blicke... stille und schweigen erinneren mich an strafe. schweigen als strafe. ignoriert werden als strafe. und ich interpretiere es als strafe. weil ich nie etwas für das schweigen konnte. es traf mich. wie eiskalter regen. und ich war dadurch einsam und abgeschnitten. aber im grunde bin ich nicht verantwortlich für das glück der anderen. für ihr wohlbefinden. (oder doch?)
das selbe mit diesen anzüglichen witzen. die die menschen von sich wegbringen. oder mit diesen starrenden blicken versteckt hinter pseudo macho gehabe.
wenn es mich trifft, werde ich orientierungslos. und allein. und ausgeschlossen. dann erstarre ich.
aber ich muss nicht erstarren. ich habe ja die sprache! und die empathie.
raus der der comfort zone - let's taste the magic und become who you really are :-)


22.05.2012

25.04.2012

vom inneren kind


wieder im haus am berg. dem rauchfangkehrer öffnen. um durchzuputzen. und dabei den blauen himmel und das frische grün vor der nase. so viel sattes grün. rundherum. und frische luft. und wind, der berührt. und nichts sein lässt, wie es ist. alles ist in bewegung. jeder grashalm tanzt, jedes blatt schwingt. es ist so schön, dabei zuzuschauen!
gestern ist mir ein buch in die hände gefallen. und ich habs verschlungen...
ein buch, das beschreibt, wie mensch lieben und heilen kann: indem wir dem kind in uns eine stimme geben. und den erwachsenen in uns zu einem liebevollen unterstützer des kindes erziehen. nicht das kind, sondern den erwachsenen in uns erziehen. und üben, liebevoll zu sein... und die gefühle und bedürfnisse zuzulassen...

das kind in uns... das höhere selbst... das göttliche... das paradies...
... unangepasst. will und muss nicht passen. darf sein, wie es sein will.
... spontan. nicht berechnend. offen. einlassend. staunend. vertrauend,
... weise. nicht logisch. wissend. intuitiv.
... lebendig. begeistert. verspielt.

und der liebevolle erwachsene in uns...
... will mit sich selbst, mit dem kind, in verbindung treten. 
... übernimmt verantwortung für sich und das kind. und setzt sich bewusst für die wahrheit ein, indem er auf das kind hört. emphatisch eingeht. vertraut. verhalten, bedürfnisse und gründe dafür nicht in frage stellt.
... schützt das kind in uns, verhalten nicht persönlich zu nehmen.


... nicht wahrheit und illusionen kämpfen gegeneinander - sonder nur die illusionen...
... wir können anderen nur nahe sein, wenn wir uns selbst nahe sind...
... das ego entsteht, weil wir uns selbst verlassen haben, uns selbst ablehnen, als unsere reaktion auf unsere mitwelt. das ego versucht, sich vor verlassen werden und einsamkeit zu schützen. das ego glaubt, es könne ablehnung, verlassenheit, leid und ent-täuschung vermeiden... 
... eine lieblingsgeschichte, die unser leben begleitet...
... leidenschaft entdecken. das, was uns freude bringt... sich ganz einlassen auf die erfahrung, die mensch machen muss, um sich zu verwirklichen, zu spielen und zu lernen... sich leidenschaftliche engagieren... ohne angst... ohne rücksicht auf die sorgen...
... sich selbst glücklich machen um lieben zu können. lernen, zu lieben...
... rollenbild für liebevollen inneren erwachsenen fehlt... haben gelernt, kind in uns zu misstrauen...
... schmerzliche und negative Gefühle zulassen und erforschen... aus leid lernen...
... richtig machen gibt es nicht... wut, angst, leistungen sind legitim...
... unterschied: offene (wut, um zu lernen, um zu erkennen, was ist, um uns zu öffnen und zu heilen) und verschlossene wut (wut, um zu schützen, kontrollierend und rachsüchtig. aus einem Gefühl des verlassen seins heraus.)... wut erzeugt nicht noch mehr wut...
... uns heilen und die Welt heilen und das heilen und lieben üben... üben durch reden und schreiben...
... in verbindung frei sein... nicht frei sein von emotionen, bedürfnissen sondern frei sein für die wahrheit... bereit sein...
... nicht weggehen oder mich losreißen... nicht mich selbst verlassen... sondern bleiben und in bewegung sein...
... an der freude arbeiten...
... sanft und stark... trösten und halten... berühren... bemuttern...

... "wenn wir anderen einmal erlaubt haben, unseren wert zu definieren, müssen wir versuchen zu kontrollieren, was sie denken. unser ganzes kontrollverhalten - unsere wut, unsere vorwürfe und anklagen, unser schmollen, unsere moralpredigten, unsere rechtfertigungsversuche, unser umsorgen, unsere anpassungsbereitschaft und unsere verleugnung - entspringt der überzeugung dass wir kontrollieren können, was andere von uns denken und wie sie uns behandeln, und das wir davon definiert werden wie sie von uns denken und uns behandeln. die wahrheit des höheren selbst lautet, dass unser selbstwertgefühl und unsere selbstachtung daraus gespeist werden, dass der innere erwachsene das innere kind liebt. die lüge des ego lautet, dass unser wert und unsere delbstachtung uns von anderen menschen verliehen werden." (chopich/paul)...

(nach: aussöhnung mit dem inneren kind)

17.04.2012

in bended knees is no way to be free


der tisch mitten im wohnzimmer. um mir meine prioritäten bewusst zu machen. bergbau, bergbau, bergbau... raub. enteignung. ausbeutung verstehen und zu papier bringen. oder zu laptop... die eigentliche priorität... mit dem himmel im blick. luft. blau. atmen... und dazwischen. trotz tisch in der mitte...
... gedanken. und filme. und knospen. und liebe. und tränen. so unendlich viele tränen. trotz der liebe. im schutz der liebe...
und prüfungen. überprüfungen. logik. intelligenz. nur wenns kalt ist. und die wolken sich dicht am himmel drängen. unsicherheit. druck. unter druck so gut wie möglich funktionieren müssen. nicht funktionieren wollen. nicht mitspielen wollen im wettbewerb um die ausbildung. mich klein fühlen. nicht aufstehen und gehen. dem fluchtgedanken trotzen. wozu eigentlich.... um die welt zu gestalten als sozialarbeiterin... um den unrecht entgegenzutreten. als sozialarbeiterin? ja... nein... den zweifel immer im blick... mir mut und zusrpechung holen. und irgendwann erleichterung. belustigung. nur die müdigkeit bleibt. vom hinterfragen. warten. wissen müssen. mich dumm fühlen. und vom mich wieder aufrichten. richtigstellen trotz umfalllust...
und die pläne. über die zukunft. nicht schwer oder dicht. und nicht von innen heraus. eigentlich in zuversicht. sehe mich meinen weg gehen. meine bestimmung bestimmen. lieber in umwegen als spurlos. am liebsten hand in hand. schritt für schritt. laufend. stehend. genießend. draußen. und drinnen...
und immer wieder das gleiche lied. immer und immer wieder... mich zieht es into the wild... into being wild...

... in bended knee is no way to be free
lifting up an empty cup I ask silently
that all my destinations will accept the one that's me
so I can breath
Circles they grow and they swallow people whole
half their lives they say goodnight to wive's they'll never know
got a mind full of questions and a teacher in my soul
so it goes...
I am alive
Wind in my hair, I feel part of everywhere
underneath my being is a road that disappeared
late at night I hear the trees
....

menschen besetzen land in wien. und ich sitze hier und träum von aktivismus... ich stehe manchmal oben und richte und hab im grunde keine ahnung... keine ahnung vom grund. und boden. von hier. von dort schon. vom land mit den inseln im meer. und vom anderen land, in dem die menschen so hart kämpfen und bekämpft werden. aber hier... bin ich immer noch nicht hier angekommen? im kleinen land. bleib ich lieber in den pilgernden wanderschuhen und streiche durch das land... es zieht mich weg... zu den olivenbäumen. ans meer. zu den apfelbäumen. ob das stimmt? ich bin zurück gekommen. und nicht weggeblieben... ich würd so gerne flexibel bleiben. und auch gehen dürfen. darf ich ja auch... 

07.04.2012

über auferstehung


Sie fragen mich nach der auferstehung
sicher sicher gehört hab ich davon
dass ein mensch dem tod nicht mehr entgegenrast
dass der tod hinter einem sein kann
weil vor einem die liebe ist
dass die angst hinter einem sein kann
die angst verlassen zu bleiben
weil man selber gehört hab ich davon
so ganz wird dass nichts da ist
das fortgehen könnte für immer
Ach fragt nicht nach der auferstehung
ein märchen aus uralten zeiten
das kommt dir schnell aus dem sinn
ich höre denen zu
die mich austrocknen
und klein machen ich richte mich ein
auf die langsame gewöhnung ans totsein
in der geheizten wohnung
den großen stein vor der tür
Ach frag du mich
nach der auferstehung
ach hör nicht auf
mich zu fragen.
(Sölle, Fliegen lernen, 21)

30.03.2012

über delinquenz und sozioanalye


morgen also der test. nicht bestehen, sondern besser sein müssen. druck. stress. scham. nicht angstfrei. und das für soziale arbeit, bei der es um den ausgleich der sozialen ungerechtigkeiten geht. paradox?!
einiges, was mir beim vorbereiten unterkommt, mir sorgen bereitet oder wichtig erscheint:
... heute stellt pflegebedarf ein soziales problem dar
... chronische krankheiten und behinderungen stellen risiken von marginalisierung dar
... das griechische wort psyche bedeutet atem, hauch, seele und soma bedeutet körper, leib, leben
... eine straftat entsteht durch die misslungene bewältigung sozialer konflikte sowie persönlicher überforderung
... tendenz innerhalb eu, die soziale verantwortung auf arbeitgeber abzuschieben
...  Anpassung an Arbeitsmarkt und Konsumgesellschaft?!
... (sozialer) Raum determiniert handlungsmöglichkeiten und ist gleichzeitig gestaltbar

27.03.2012

springtime


Und dann 
brach der Frühling 
wie ein Jubelschrei 
über die Wälder herein. 


Und hier war sie nun 
und hatte sich kopfüber 
in den Frühling gestürzt. 

So herrlich 
war es 
um sie herum, ja, 
auch sie selber 
war ganz 
erfüllt 
von seiner Herrlichkeit, und 
sie schrie 
wie ein Vogel, 
laut und gellend... 

Ich muss 
einen Frühlingsschrei schreien, 
sonst zerspringe ich. Hör doch! 
Du hörst doch wohl den Frühling!

Eine Weile 
standen sie 
schweigend da
und 
lauschten 
dem Zwitschern 
und Rauschen, 
dem Brausen 
und Singen 
und Plätschern 
in ihrem Wald. 

Alle Bäume 
und alle Wasser 
und alle grünen Büsche 
waren voller Leben, 
von überall her 
erscholl 
das starke, wilde Lied 
des Frühlings. 

Hier stehe ich 
und spüre, 
wie der Winter 
aus mir herausrinnt
Bald bin ich so leicht, 
dass ich fliegen kann.
...
Früher Morgen ist es. 
Wie der erste Erdenmorgen 
so schön. 
Ringsum 
ist alle Herrlichkeit 
des Frühlings. 
In allen Bäumen 
und in allen Wassern 
und in allen grünen Büschen
lebt es, 

es zwitschert 
und rauscht 
und summt 
und singt 
und plätschert. 
Überall 
erklingt das frische, 
wilde Lied 
des Frühlings.

Astrid Lindgren

26.03.2012

passt. nicht.


ich versuche, zu passen.
... in ein leben, das ich mir für mich ausmale. mit meinem kopf.
und in das gewand, das ich selbst entwerfe. mit meinem kopf. für meine seele.
aber ich habe mich beim beim schneidern vermessen... mit meinem kopf.
ich hab mir was enges, strenges, genäht, das nahtlos mir und den menschen rundherum passen soll. und ich verbieg mich. mal dahin und mal dorthin. und will es am liebsten abstreifen. und aufreißen. um luft zu bekommen. für die seele. und die lust. und die leidenschaft. für das pure leben. und die rosen...
raus mit der wilden wolfsfrau. die die zähne knirscht, wenn sie meint, in gefahr zu sein. die kratzt und zwickt und beißt, wenn sie will... die zärtlich ist, wenn sie will... ich muss nicht passen. darf nicht passen. will lieber frei sein und leben...

17.03.2012

sonne

es zwitschert laut von draußen herein. die sonnenstrahlen bahnen sich ihren weg durch die vorhänge. sie berühren nasenspitzen und ellenbogen. ich will hinaus in die sonne. schritt für schritt. tanz um tanz. will nicht vor den büchern mit den großen wörtern hinter den vorhängen sitzen und in die tasten klopfen... ich will mit meinen fußsohlen den boden spüren. und das gras. und den frühling. mit jeder pore an mir. auch unter der achsel. und das mach ich jetzt auch! ich lass alles hier liegen und stehen. die dicken bücher über enteignung lass ich liegen, die texte für die aufnahmsprüfung, die gedanken über das vertrauen.... all das lass ich stehen! und liegen... auf in die sonne :-) der sehnsucht hinterher. im gepäck die wildheit...

15.03.2012

when you have been close to war


was da mit mir passiert ist,
als ich näher an den bewaffneten konflikt herangetreten bin,
bemerke ich erst nach und nach...

... vielleicht ist krieg jetzt kein gespenst von gestern mehr
sondern eine harte realität von heute
vielleicht hat krieg ein gesicht bekommen
ein soldatengesicht
gesichter von söhnen, die den vater verloren haben
elterngesichter, die angst um ihre kinder haben und flüchten
wütende, verärgerte gesichter
gesichter, die entsetzt geschichten erzählen, die sie selbst nicht glauben können
ausgelaugte, müde gesichter
und die augen in den gesichtern, ihren ausdruck kann ich nicht vergessen...

... neben den gesichtern hat krieg auch schuhe bekommen
gummistiefel und
soldatenstiefel
und tanzschuhe
um den krieg abzuschütteln
nächtelang durchgetanzt
und viele schuhputzer
die versuchen, den schmutzigen schuh rein zu färben...

jetzt kann ich nicht mehr daneben stehen
und mir denken "arg"
jetzt kann nicht anders als zu fühlen
wut
trauer
wut
immer wieder
ja... sie hat recht

... when you have been close to war, life is different...



13.03.2012

aufdecken


wir leben in einer welt
in der ein kleiner teil der menschen
gut in wohlstand lebt
weil ein großer teil der menschen
tagtäglich ausgebeutet wird

wir leben in einer welt
in der kriege präventiv geführt werden
in der waffen präventiv erzeugt werden
um präventiv gewalt anzuwenden
damit weniger gewalt passiert

wir leben in einer welt
in der das stichwort "globalisierung" die aneignenden, imperialistischen, neokolonialistischen motive und handlungen unseres politischen- und wirtschaftlichen systems verschleiert
und wir nehmen den schleier des nichtwissens gerne in kauf
um gut zu schlafen
und in dieser welt leben zu wollen

und gleichzeitig
leben wir in einer welt
die wir mit jedem atemzug gestalten
in jeder sekunde

leben wir in einer welt
in der nichtwissen mehr schmerzt als wissen
in der leben gleich viel wert ist
weil die, die die macht haben, sie nutzen, um andere zu ermächtigen
in der verschiedene lebensformen möglich sind
in der das wirtschafts- und politischesystem allen menschen dient
nicht nur denen, die meinen, sie seien stark und laut
gestalten wir diese welt
wie wir sie wollen

12.03.2012

innere zensorin lieben lernen :-)


schon wieder verschiedene, laut schwirrende und säuselnde gedanken. innen. außen. rundherum. wie eingesperrte schmetterlinge. die raus wollen. aber nicht wissen, wie sie die fenster aufkriegen. so laut, dass ich nicht ganz beim bergbau bin. sondern immer an mir hängen bleibe...
und ich denke...
...es wäre wohl weise, sich selbst zu lieben. und zwar sich nicht nur dann selbst zu lieben, wenn frau einem selbst gefällt. wenn frau dem eigenen bild von sich selbst entspricht. sondern auch dann, wenn sie sich den inneren zensorinnen widersetzt. und genau nicht tut, wie sie tun soll. wenn frau sich selbst zu leise ist, oder zu laut, zu unsicher, zu böse, zu ernst, zu grimmig, zu wertend, zu ungeduldig, zu langsam, zu unbeweglich, zu schüchtern, zu zurückhaltend, zu verschlossen,...
sich selbst lieben selbst dann. und auch wenn frau mit all diesen bewertungen und vorwürfen über sich selbst kommt. sich lieben bedeutet nicht, sich anhimmeln. (denn immer nur in den himmel schauen versteift den nacken.) sondern sich sehen. sehen, was einem wichtig ist. und sich das dann anschauen. und das zur kenntnis nehmen. und schauen, wie es sich mit dem rundherum vereinen lässt....
diese mühsamen themen werden immer wieder kommen. immer und immer wieder. wenn ich sie nicht haben will, werden sie noch größer. wegwünschen hilft nichts, das ist wie augen zuhalten wenn ein schmetterling vorbei fliegt. es bringt nichts. außer - nicht sehen zu müssen. und nicht wissen zu müssen. und nicht handeln zu müssen
wenn ich anders fühlen will, streck ich meinen kopf gegen den wind und bekomm ohrensausen. ich fühle, was ich fühle. weil ich bin, wer ich bin. PUNKT. (das, was ich fühle. und das, worüber ich mich definiere, ändert sich natürlich! alles ändert sich.)

04.03.2012

was ich werden will


... nach einem job... und die fragen:
was will ich tun?
und unter welchen umständen will ich das tun?
und was kann ich tun?
ich will eigentlich schon für etwas arbeiten, zu dem ich stehen kann. mit ganzem herzen. etwas, das keine ungerechten strukturen erzeugt oder reproduziert sondern aufbricht!
und ich will bedingungen, die passen: kooperative, konsensorientierte,...
ich hätt auch so gern einen ausgleich zwischen kopfarbeit und körperlicher arbeit...
oder verschiedene jobs, auf projektbasis...
zu anspruchsvoll?
vielleicht etwas selbst schaffen!?

was ich mal werden will :-)
nomadin und pilgerin und landstreicherin
eine weise frau mit falten, die viele geschichten erzählen
eine liebende luftgängerin, die keine angst davor hat, sich ihren ängsten zu stellen
mit jedem tag offener
eine fotografin ;-)

29.02.2012

desobedece y resiste a toda forma de dominación


por la vida digna y desmilitarizacion de nuestros cuerpos y territorios...


Medellin ist für seine Geschichten rund um Drogen berüchtigt. Gangs und bewaffnete Gruppen bekriegen sich und bilden Menschen zum morden aus. Seit 1997 nahm der Drogenhandel an Gewalt und Ausmaß zu. Frauen wurden und werden als Kriegsbeute wahrgenommen, vergewaltigt und getötet. Nicht nur der Drogenhandel ist gewaltvoll, wir lernen insgesamt in einem patriachalen, kapitalistischen System zu funktionieren. Es geht darum, nicht nur den Kriegsdienst zu verweigern sondern sich selbst zu ändern - die Art sich zu verhalten.


Wie nehmen wir als Individuen an diesen Konflikten teil?
Wie sind wir Freundinnen?
Wie leben wir unsere Beziehungen?
Wie wollen wir eine Veränderung sehen?

http://redjuvenil.org/

una pregunta...


wer darf und kann schönheit genießen?
wer ist opfer? wer ist täter?
wer hat macht? wer kann macht geben? wer kann macht nehmen?
was heißt besitz? kann mensch land besitzen?
was heißt versöhnung? was heißt verzeihen? wer kann das tun?
wie ist gewalt strukturiert?
was heißt frieden?
welche österreichischen unternehmen sind in kolumbien problematisch tätig - andritz, ömv?

28.02.2012

if you are going to san fransisc


falsos retornos...



San Francisco wurde vier Mal eingenommen. Viele Häuser wurden zerstört, Menschen kamen um und wurden vertrieben. Im Gebiet von San Franciscos gibt es Bergbauansuchen für insgesamt 100 000 ha. Außerdem gibt es viele Ansuchen für Wasserkraftprojekte - ein großer Staudamm erzeugt Energie.
Das ley de victima wird seit heuer umgesetzt. Opfer bekommen durch das Gesetz das Recht, auf ihr Land zurück zu kehren. Im Gesetz werden die Aktivitäten von multinationalen Unternehmen geschützt und legalisiert: Wenn eine Bäuerin auf ihr Land zurück kehren will und dort ein Multi tätig ist, darf sie mit dem Multi zusammenarbeiten, bekommt ihr Land allerdings nicht zurück.
Auf das Land dürfen nur diejenigen zurück, die zwischen 1991 und 2011 vertrieben wurden.

In den letzten zehn Jahren sind mehr als 3000 Fälle von extralegalen Morden bekannt, allein 500 Fälle fanden in Antioquia statt. Einschüchterung und Straflosigkeit sind Strategien, um am Status Quo zu bleiben.
Der Interamerikanische Gerichtshof hat in fünf Fällen die kolumbianische Regierung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Auf Grund dieser Urteile wurden die Fälle in Kolumbien wieder aufgenommen und bearbeitet, die Regierung muss Entschädigungen zahlen und die Verantwortung wahrnehmen.

26.02.2012

about the honeymoon of neoliberalism


Kolumbien ist ein reiches Land: Es verfügt über eine der höchsten Biodiversitäten. Der Reichtum Kolumbiens dient allerdings nicht dem Großteil der Bevölkerung. Die Kohle und Ölvorkommen sind nicht besonders hoch. Trotzdem ist das Plan der aktuellen Regierung Kolumbien als Bergbauland zu etablieren, wie Chile oder Peru es bereits sind. Der Hintergrund ist die "wirtschaftliche Entwicklung" Kolumbiens. Im Fokus stehen Großprojekte wie Bergbau, Großstaudämme zur Gewinnung von Elektrizität und Infrastrukturprojekte. Als Motor der Entwicklung wird ausländisches Kapital definiert. Um es ins Land zu locken, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen:
15 Freihandelsabkommen wurden seit dem Jahr 2000 abgeschlossen - mit China, Australien, den USA, der Schweiz, Indien,... Seit dem Jahr 2000 wurden Gesetzeslagen verändert - die Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen wurden unter anderem gelockert. Aktuell steht das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Europa zur Diskussion.
Das politische System unterstützt somit die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Landes durch trans- und multinationale Unternehmen. Diese Art der Entwicklung ist in Frage zu stellen. Uns wurde erzählt, dass im Jahr 2000 für jeden aus dem Ausland investierten Dollar 1,22 Dollar aus Kolumbien zurück ins Ausland gehen. Steuernachlässe für Unternehmen, Liberalisierung der Gesetze seit dem Jahr 2001 auf Anraten der Weltbank und des Währungsfonds sind Gründe für diese Bilanz. 


ein großer gegen einen kleinen Boxer - wie frei sind Freihandelsabkommmen

Freihandelsabkommen werden zu 99% zwischen "entwickelten" und "unterentwickelten" Ländern abgeschlossen, die Auswirkungen sind problematisch und ungerecht, weil wirtschaftlich starke Länder die eigenen landwirtschaftlichen Produkte subventionieren und wirtschaftlich schwache Länder auf Grund ungerechter Strukturen dazu nicht in der Lage sind. Zum Beispiel wird Milch aus Europa stark subventioniert, in Kolumbien gehen Jobs verloren. Europa ist in Bezug auf Kolumbien vor allem an Bergbauprodukten und der Pharmaindustrie interessiert.
Die Freihandelsabkommen der letzten 22 Jahre haben in Kolumbien folgende Bilanz: 3 Millionen wurden arbeitslos, weitere 3 Millionen Menschen wurden vertrieben, 10 Millionen Tonnen Nahrungsmittek wurden importiert, statt Nahrungsmittel in Kolumbien wurde vor allem die afrikanische Ölpalme angebaut. Die Bäuerinnen können nicht einmal ihre eigene Nahrung erzeugen.
Befürworter/innen der Freihandelsabkommen sehen darin auch eine wichtige Funktion in Richtung Einhaltung und Sicherung der Menschenrechte. Kritiker/innen problematisieren diese Sicht. Sie sind der Ansicht, die neoliberalen Abkommen würden ungerechte Strukturen verstärken und die Einhaltung der Menschenrechte verstärken. Da das geplante Freihandelsabkommen nicht nur unter die Rubrik Handel fällt, werden alle Mitgliedsstaaten in ihren Parlamenten darüber abstimmen. Bei einer "Nein" Stimme wird es nicht durchgehen.
Im Freihandelsabkommen sind auch intelektuelle Patentrechte sichergestellt. Neu erfundene medizinische Produkte werden für 20 Jahre abgesichert. Danach kann der Name auf der Packung verändert werden und der Schutz wird für weitere 20 Jahre aufrecht erhalten.
Kolumbien zahlt die Hälfte des Budgets für Auslandsschulden. Die externen Schulden betragen 72 Billionen Dollar.
"developed countries are imposing a system where the not developed countries are fighting against each other over the cheapest products, which are unnecessary."

... und die Lösung?
get outraged about European model! mobilize and march!

25.02.2012

back?! or in between...


sitz mit dem cafe in der küche. schon wieder. aber ich bin immer noch jet lagged (ob man das so schreibt?). es ist schon mittag und ich bin grad erst aufgestanden. hör musik von der menschenrechtsaktivistin. und denk über aktivismus nach... darüber wie ich aktiv werden kann. und mein leben in bewegung halte. nicht wieder innerlich einschlafe und mich in meiner höhle verkrieche... aber vielleicht braucht es auch immer wieder eine zurück-in-die-seifenblase-zeit, um sich dann als "soy activista!" vorzustellen. soy... was bin ich denn? ich bin nicht nur eine. ich bin mehr. vielfältig. einmal so, einmal so. immer ich, immer anders, je nach kontext und umfeld und innere stimmung...

soy activista...
tanzen
gewaltfrei und lösungsorientiert informieren
mit bildern bilden, die vorurteile hinterfragen
singen
gewaltfrei demonstrieren und in der kleinen ruhigen stadt sanfte, ausdrucksstarke zeichen setzen
alternativen finden oder kreieren und sie leben
offen sein und vertrauen, auf das leben und die menschen. egal, was die vernunft heimlich und leise ins ohr flüstert
an den sternsingerinnen dran bleiben
reisen und menschen begegnen, wo auch immer - ob in wien, spanien, nepal oder lateinamerika
gehen, schritt für schritt, um mit den füßen zu beten
lieben, von oben bis unten und rundherum
mandoline spielen lernen
lesen und studieren und darüber reden
jonglieren und seil tanzen
auf die berge klettern und die höhenangst angehen
vernetzen und in dialog treten. immer wieder durch das fenster
in between bleiben, um die anderen realitäten nicht zu vergessen sondern sich ihrer bewusst sein und sie integrieren
die multinationalen konzerne und ihre zerstörung aufdecken

si amas la vida y la libertad,
salte de la fila!

violencia


Kolumbien ist ein Land, in dem viel offensichtliche Gewalt herrscht. Gewalt, ihre Hintergründe, ihre Auswirkungen waren auf der Solireise beinhahe jeden Tag Thema. Bei einem Treffen mit dem Parlamentarier Ivan Cepeda erläutert uns dieser seine Analyse zu Gewaltformen. Kolumbien ist seit den 80er Jahren mit dem Konzept von Gewalt befallen.
Vier Formen der Gewalt lassen sich unterscheiden:
1.) Der bewaffnete Konflikt am Land wird dort ausgetragen, wo das Land reich ist. Der Konflikt ist somit ein strategischer.
2.) Ökonomische Gewalt durch Gruppen und Firmen von außen, die sich Land aneignen, ausbeuten und zur Armut beitragen.
3.) Gewalt durch den Staat, die durch den bewaffneten Konflikt gerechtfertigt wird.
4.) Der Drogenhandel repräsentiert politische und wirtschaftliche Gewalt.
Diese Formen der Gewalt gehen ineinander über. Sie kommt von innen und von außen, ist im rechtlichen Rahmen legitimiert. Täglich werden Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen. Seit den 50er Jahren wiederholt sich die Gewalt immer wieder. Viele Menschen sind Opfer geworden. Die Gewalt findet neue Formen und passt sich an.
Es stellt sich die Frage nach der Demokratie Kolumbiens. Die Ungleichheit nimmt zu, wenige Reiche besitzen einen Großteil des Landes.
In den 80er Jahren haben sich Militär und Polizei verbunden, die Paramilitärs begehen Vertreibungen, Massaker, sexuelle Gewalttaten, Entführungen, Morde,... Seit dem Jahr 2005 werden auf Grund des Gesetzes für Gerechtigkeit und Frieden Täter/innen schuldig gesprochen. Doch viele Menschen mussten ihr Leben im Kampf um Gerechtigkeit lassen.
Seit dem Jahr 2011 ist das lex de victimas in Kraft, das den Menschen Recht verspricht. Aber den Menschen wird durch das Gesetz nicht wirklich Recht gegeben, sondern ihre Grundrechte werden sichergestellt. Auch die Landrückgabe ist im Gesetz geregelt. Allerdings werden von 14 Millionen hektar Land nur 3 Millionen unfruchtbares Land zurück gegeben. Und wenn Bergbaufirmen bereits am Land sind, kann es nicht mehr zurück gegeben werden. Manche bekommen eine finanzielle Entschädigung oder verkaufen das Land weiter und somit geht das Land an ausländische Firmen.

24.02.2012

por la paz y la vida


wieder in der küche in der wohnung angekommen. statt nach drei monaten doch nach nur drei wochen wieder da. an den gedanken muss ich mich erst gewöhnen. doch ich war die, die nicht bleiben wollte. ich wollte wieder zurück ins kleine land. in dem die problematischen strukturen nicht immer offensichtlich sind.
wieder da. aber zurück? eigentlich weiter. weiter im verstehen. weiter im erkennen. weiter im sehen. horizonterweiterung.
spannend. reisen bringt mich meistens weiter zu mir. obwohl ich aus meinem gewohnten umfeld weggehe. ins ungewisse. zu mir fremden menschen. diesmal auch zu einer mir fremden sprache. und trotzdem werde ich mir nicht fremder. sondern bekomme tiefere einblicke in das, was ich will. in das, was ich brauche. in das, was mich aufweckt. was mich lebendig werden lässt.
ich fühl mich wach. und näher bei meinen interessen. ich will entwicklungspolitisch tätig sein. ich will mich für menschenrechte einsetzen. für frieden. für gerechtigkeit. für zivilcourage. ich will hier mitwirken und aufzeigen, welche konsequenzen unser leben auf andere lebensrealitäten hat. welche strukturen wir durch unser unreflektiertes konsumieren bestärken.
aber jetzt geh ich mal ins bett und schreib hier morgen weiter!