28.04.2015

erschöpft


"vielleicht ist dein traum zu anspruchsvoll... du musst bescheidener werden und einsehen, dass nicht alle träume wahr werden können."
"aber fedora, wir sind dich die gestalter aller dinge. wir dürfen unsere träume nicht aufgeben. und genau deshalb muss ich es noch einmal versuchen."
(und dann nach einigem auf und ab, harter arbeit,...)
"eine fliegende blume!" rief paganini.
"ein winzig kleiner vogel..." staunte kalle, und gwendolin sagte schließlich: "du hast es tatsächlich geschafft!"
"und wir haben fast nicht mehr geglaubt, dass es dir gelingen würde", sagte fedora beschämt. "man sollte sich nie über die träume anderer lustig machen!"

jetzt hab ich sie hinter mir. diese mega woche. mit dem wochenende. und was bleibt? erschöpfung.
kein hochgefühl. keine freude. kein motivationshoch.
ich hab da viel reingepfeffert. so viel, dass kein pfeffer mehr über bleibt.
vielleicht bleibt bissi die genugtuung es geschafft zu haben...
und gleichzeitig bleibt die ausgelaugtheit.
vielleicht weil ich sie ausgeführt habe, diese zeit. ich hab sie nicht ins leben gerufen.
ich stand nicht 100% dahinter. weder inhaltich noch organisatorisch. ich steh zwar schon hinter der jungschar. also eigentlich hinter der vision der jungschar: eine kooperative welt für alle - damit sie das leben in fülle haben...
aber ich steh nicht hinter der kirche. ich steh nicht hinter hierarchischen sytemen, die menschen lehren auf andere zu hören. da bin ich extra nicht in eine schule gegangen, bin keine lehrerin geworden. weil ich das system schule so in frage stelle. mit seinen strengen regeln. und noten. und anerkennung durch außen.
und ich arbeite jetzt gerade in einem streng hierarchischen system. absurd. und witzig.
am wochenende hab ich die werktstatt der schmetterlinge vorgelesen. da gehts auch um strenge regeln.
ich bin ja in mir selbst so widersprüchlich. da verurteile ich strenge regeln und hierarchische systeme. arbeite selbst in einem. und fordere gleichzeitig streng meine eigenen überzeugungen ein. sehr streng. mein innerer polizist sitzt mir im nacken.
soll ich früher gehen, weil ich es nicht schaffe, diesen job zu genießen? meine panzerknackerhippipippi freut sich gleich. zu gehen obwohl ich nicht gehen sollte. das gefällt ihr gut.
und meinen traum kenne ich: ich träume von einer kindergruppe. von einem kinderparadies. von einem ort, an dem kinder und erwachsene sein und wachsen können. ein kleines haus in einem wunderschönen garten.
ich will energie in etwas hineinbuttern, das ich durch und durch unterstützen kann!!!


27.04.2015

körperscham

ein thema, das ich nicht so leicht finde ist "mit meinem körper zufrieden sein".
ich bin groß. und hatte immer schon einen sichtbaren bauch. und manchmal ist er größer. jetzt zum beispiel.
und ich schäme mich dafür. obwohl ich mich nicht schämen mag. und dann bin ich deprimiert wenn ichs nicht schaff, drüber zu stehen. und das grad als phase zu betrachten. kein wunder, dass ich alles andere als beweglich bin. ich sitze den ganzen tag. 40 stunden pro woche vor dem pc oder in besprechungen zu sitzen ist eigentlich komplett daneben. und 10 minuten 5 tibeter in der früh helfen da auch nicht.
und auf der straße schäm ich mich trotzdem. oder bei menschen, die ur viel sport machen um so auszuschauen wie sie ausschauen.
eigentlich will ich nicht sport machen um fit zu sein. eigentlich will ich mich bewegen weil ich mich bewegen will. ich will gehen. und schwimmen. und springen. und  mit dem scooter durch die stadt düsen. vielleicht auch radfahren. surfen fänd ich super.
und ich will in die natur. gut, ich habe einen baum vorm fenster. aber ich sehn mich so nach gras unter meinen füßen.
ich will ein häuschen mit garten.
ich glaub ja auch dass mein bauch immer größer und größer wird, weil er mir sagt: "hör auf mich". und wenn ich nicht auf ihn höre wird er noch größer. und zeigt sich auch anderen. und dann höre ich von meiner oma "bettina, dein bauch steht ganz schön raus."
also, wie geht das mit dem annehmen, was und wies grad ist? auch die unzufriedenheit und die scham willkommen heißen? und die traurigkeit dahinter? oder die angst ausgeschlossen zu sein?
also willkommen scham. willkommen unsicherheit. willkommen angst. bleibt so lange ihr wollt.
vielleicht gehört das zu fully alive sein dazu... 

15.04.2015

sich dem schatten stellen


wer kennt das nicht: gefühle, die man nicht spüren will. unsicherheit. angst. wut. groll. trauer. scham. verzweiflung. einsamkeit. 
und wer läuft nicht gern davor davon? um es nicht zu spüren... wer wartet nicht darauf, dass ein besserer tag kommt. an dem wir mit dem bewusstsein aufwachen, dass es ein guter tag ist.
es gibt ein grausames märchen von einem mann der vor seinem schatten davonläuft. weil ihm sein schatten angst macht. er sehnt sich danach glücklich zu sein. und läuft. und läuft. er wird immer unzufriedener und unglücklicher. obwohl er läuft und läuft wird er seinen schatten nicht los. er gibt nicht auf. und läuft. und läuft. bis er tot umfällt.
ich kann auch gut weglaufen. und mir denken, bald ist es besser. in zwei wochen ist die vollversammlung vorbei. danach wird es besser. und dann hab ich nur noch vier normale monate. dazwischen zwei sommermonate. und dann kann ich endlich tun was ich will.
und gleichzeitig weiß ich, ich bin jetzt wo ich bin. und ich tue was ich tue. es hat keinen sinn, diese zeit nicht zu genießen. mit all den unzulänglichkeitsgedanken und überforderungsgefühlen und erwartungserfüllungsansprüche. 
hinein in das, was gerade los ist. endlich kann ich tun und wachsen und lernen. endlich kommt eines nach dem anderen. ich muss nicht überlegen, wozu ich hier bin. ein problem folgt aufs nächste. 
no risk no fun!
und wie? immer wieder mal zwischendurch pause machen. und den körper spüren. und wahrnehmen. und zum tee einladen, was gerade da ist.
"je stärker und tiefer unser gefühl ist, unzulänglich und nicht liebenswert zu sein, desto verzweifelter laufen wir vor den klauen des schattens davon. doch mit unserem wegrennen vor dem was wir fürchten, nähren wir unsere innere dunkelheit." tara brach

07.04.2015

*pause*



innehalten.
atmen.
auf und in den körper.
spüren.
was da ist wahr_nehmen.
gleich_gültig ob angst. entspannung. unsicherheit. verspannung. freude. wut.
willkommen heißen, was ist.
das unangenehme zum tee einladen.
radikal akzeptieren.
raum geben.
und aufblühen.

04.04.2015



And the day came when the risk to remain tight in a bud was more painful than the risk it took to blossom. Anaïs Nin

03.04.2015

vom sich nähren...


ich tendiere dazu, im kleinen büro zu arbeiten und darauf zu schauen, was ich brauche, um meine arbeit möglichst gut zu machen. und während ich arbeite und arbeite - am montag waren es 13 stunden! - vergesse ich auf mich. auf nahrung. auf pausen. wie eine maschine.
am abend in meiner kleinen wohnung fehlen mir jegliche ressourcen. dann esse und ruhe ich. naja... in wahrheit: ich setz mich vor den labtop, schau gilmore girls oder greys anatomy und stopfe essen in mich hinein. (und dann wunder ich mich, warum ich zunehme. weil ich unter tags eigentlich nicht wirklich esse - sondern nur arbeite. und in meinem tollen buch steht, dass der körper ab einer gewissen uhrzeit, nahrung leichter in fettreserven umwandelt. und das stress den stoffwechsel negativ beeinflusst.)
essen bedeutet für mich genuss und entspannung. ich esse sehr gerne. ich liebe es, gut zu kochen und gut zu essen.
arbeit bedeutet für mich anscheinend weder genuss noch entspannung. was so irre ist, denn eigentlich weiß ich, es gibt nur leben. nicht arbeit und freizeit. ein tag ist ein tag. was ich an dem tag tue tue ich. ob ich geld dafür bekomme oder nicht. arbeit als genuss. wie im buddhismus. da geht es auch darum, zu akzeptieren, was ist. sich nicht dagegen sträuben. alles ändern müssen. tun, was zu tun ist. und dabei loslassen. ja. loslassen. locker sein. vertrauend. da spüre ich eine große sehnsucht.

und noch ein paar nahrungstipps (aus: frauenkörper. frauenweisheit.):
* sich zeit nehmen zum essen
* essen genießen
* nur essen. nichts sonst. (also nicht essen + gilmore girls)
* sich mit dem eigenen essverhalten auseinandersetzen. wann esse ich was warum? bei mir gehts glaub ich auch um nehmen. wann darf ich mir zeit für mich nehmen und mich nur um mich selbst kümmern. ganz egoistisch sein. selbstbestimmung. auf mich schauen. und hören.
* sich mit dem eigenen gewicht versöhnen
* sich bewegen.

27.03.2015

prouldy presenting...

jetzt poste ich hier mal was arbeitsmäßiges. in den letzten tagen war ich maßgeblich an der umsetzung dieser beiden videos beteiligt (drehbuch, schnitt). und es freut mich, dass sie fertig sind :-)
ich bin stolz drauf. (ist stolz sein eigentlich ein gefühl?) ich trau mich gar nicht so richtig, es öffentlich zuzugeben. und geb es gleichzeitig zu ;-)
es tut mir sehr gut, ein abgeschlossenes erfolgserlebnis in der arbeit zu haben. und kreativ sein zu dürfen.




die zeichnungen stammen von http://juragrafik.at
drehbuch, schnitt: betti zelenak

24.03.2015

eintauchen.


manchmal (eigentlich sehr oft) versuche ich den unausgesprochenen erwartungen anderer gerecht zu werden. nein. eigentlich versuche ich, meinen erwartungen über mich gerecht zu werden: mit vorsicht und rücksicht anderen gegenübertreten. "gut" sein. niemanden kränken, beleidigen, vor den kopf stoßen. nicht macht über jemand ausüben. andere unterstützen und stärken. für andere da sein. sie nicht enttäuschen.
und dabei merke ich, dass ich zwar auf andere schaue, aber nicht auf mich.
und das macht mich traurig.
ich fühle etwas und drücke es nicht spontan aus. zuerst gibts kopffragen "darf ich das sagen? darf ich das tun? passt das für die andere person? versteht sie mich richtig?"und erst dann spreche ich. ich glaube, das gefällt meinem körper nicht...
er ist dazu da, sichtbar und begreifbar zu sein. und hat das ständige "mich zurück nehmen" satt. und die kontrolle. deshalb heißt mein blog wahrscheinlich "be.free." weil mich diese selbstbeschränkung - das traurige ist, sie kommt von mir und von niemandem sonst  - einengt. und ich will endlich ausbrechen!
ich mag mich als autorität respektieren. und auf mich hören. und dementsprechend handeln.

18.03.2015

ein heilsames leben...

ich lese gerade frauenkörper. frauenweisheit. da geht es um die weisheit des körpers. krankheit als botschaft. der körper als spiegel der seele.
es wird ein 12 schritte programm zur heilung vorgeschlagen - hier mal zwei :-)
* die eigene geschichte kennen
* die eigenen überzeugungen kennen - verfolgen sie wirklich ihr lebensziel? stellen sie ihre bedürfnisse gegenüber andere zurück? loben sie regelmäßig ihre stärken und leistungen? wenn alles möglich wäre, schnell, mühelos und sofort - wie würde dein leben dann aussehen?wo würdest du leben?

11.03.2015

ein ziel loslassen, um mich entspannter zu fühlen...

dieses kleine büro versinkt im chaos. und ich kriegs nicht unter meine kontrolle. mein kleiner polizist ist schon ganz dick. und er hat ein rotes gesicht. er pfeift. und dreht seinen kopf. und schaut. und will ordnung schaffen. aber es geht nicht.
ich bin nun schon drei monate alleine da - und es geht drunter und drüber. ich komm mir wie eine einzelkämpferin vor. alleine kämpfen macht mir keinen spaß. das ist anstrengend und macht müde.
in meinem neuen lieblingsmagazin (eigentlich das einzige, das ich lese) stehen unter anderem folgende fragen:
*wenn wir im alltagsstress sind, sagen wir dinge ab, die uns eigentlich gut tun - was vernachlässigst du, wenn du stress hast?
zu fuß gehen, fotos machen, träumen, lachen, bewegung, menschen treffen, kleine menschen treffen, mit ihnen spielen und u-bahn-fahren, stricken, nähen...
*welche dinge davon würdest du gern häufiger machen?
gehen und schauen und genießen, mit kindern zeit verbringen, singen 
*wir alle haben ziele, pläne, träume. um dich entspannter zu fühlen - welches ziel würdest du loslassen?
ich mag mein "perfektionismus-ziel" loslassen. das ziel, alles richtig zu machen. das ziel, die erwartungen der anderen zu erfüllen und wertschätzung von ihnen zu bekommen. das ziel, ordnung zu schaffen. der traum, vom ich kann alles schaffen. den will ich auch loswerden!!!
ich hab grenzen. und ich kann und will nicht alles schaffen. ich muss nicht alles wissen!

09.03.2015

auszeit

ein wochenende als paar. um die beziehung zu nähren. und zu stärken.
eigentlich kein wunder, dass auch beziehungen auszeiten brauchen. pausen. um sich zu erholen. und abzulegen, was sich angestaut hat. und um auf das hinzuschauen, was da ist. es hat mir gut getan. ins wir einzutauchen und das du zu erkennen um gleichertig zu landen... inspirationen...
* sich in dankbarkeit üben. und drei sachen nennen, für die man sich selbst dankbar ist. und seinem gegenüber.
* mein bedürfnis nach ausgelassenheit nähren!
* bedürfnisse in schönheit artikulieren. ihre lebenskraft dahinter entdecken und forschen... du brauchst... du wünscht... da will was leben!
* nicht im mangel  - mir fehlt nähe sondern: ich habe das bedürfnis nach gemeinschaft.
* mein bedürfnis nach zugehörigkeit und gemeinschaft erforschen: 
... tiefe sehnsucht danach, ganz lebendig zu sein. mit allem, was ich fühle. und mit allem, was ich denke. mir erlauben, authentisch zu sein. ich mache mein authentisch sei vom außen abhängig und bin frustriert, wenn ich den raum nicht bekomme, den ich mag, weil ich darauf warte, ihn zu bekommen. warten macht mich unzufrieden. die erkenntnis: ich bin selbst für mein authentisch sein verantwortlich. ich darf mir raum nehmen.
... dahinter die tiefe angst, ausgeschlossen zu sein, einsam. und unverstanden. deshalb ein großer respekt vor gruppen. vor ihren normen. und regeln. und ansprüchen.
... und gleichzeitig die unzufriedenheit und wut, wenn ich mich gruppen beuge. und mich anpasse. und erwartungen erfülle.
... und hinter dem bedürfnis nach zugehörigkeit: eine sehnsucht nach gemeinschaft über die menschen hinaus. gemeinschaft  mit der natur. dem universum. eingebunden sein. aufgehoben. geborgen.
* menschen kooperieren, wenn ihre bedürfnisse platz haben. und nur, wenn sie es freiwillig machen wollen.



06.03.2015

innehalten im strudel

was muss ich tun? was kommt als erstes? was als nächstes? was muss ich tun? wie geht das? ah... das muss ich ihr sagen! und ihn muss ich anrufen... ca 8 stunden täglich in meinem kopf.
ich bin angespannt.
und versuche, den überblick zu haben. zu wissen, was zu tun ist. nicht nur bei mir. sondern bei allen. und ich bin erschöpft. vom vielen drauf schauen, dass ich keine fehler mache. dass ich nichts kaputt mache. ich habe angst, schaden zuzufügen. eine deadline für eine förderabrechnung zu versäumen. kein geld zu bekommen. ich habe angst, etwas zu übersehen. oder zeitaufzeichnungen nicht rechtzeitig zu kontrollieren. mit den "falschen" personen über die "falschen" sachen reden und so ärger und missmut auszulösen. und im endeffekt zu schaden.
ich habe viel angst.
angst, die mich blockiert. mich zum erstarren bringt. als wäre ich im labyrinth gefangen. auswegslos. überfordert. starr.
und ab ca 8 uhr abends hab ich keine ressourcen mehr. weder zum essen machen. noch zum lieben. noch zum lesen. oder stricken. oder für meine beziehung. es bleibt nichts über.
dann bin ich streichfähig. und ich werde ungeduldig. in meiner beziehung. ich teile den ganzen tag meinen raum. und am abend mag ich nicht mehr. nicht mehr sensibel sein. nicht mehr klug. nicht mehr verständnisvoll. und ich werde streng. und mein innrer polizist verteidigt mein revier. und meine ressourcen. und lädt die waffen.
für meinen inneren polizisten schäme ich mich. ich frag mich, ob er mich vor verletzlichkeit schützen will. wahrscheinlich. ich will ihn gern akzeptieren lernen. mich selbst zu bekämpfen ist anstrengend.
die zeit, die mir für mich bleibt, ist die früh. und manchmal der nachmittag. falls ich mal früher aus dem kleinen büro gehe. dann treffe ich meine großen und kleinen freundInnen.
ich wollte nie 40 stunden arbeiten. ich weiß warum. und ich tue es trotzdem.
ich tue es, weil ich wachsen mag. weil ich lernen kann, mich zu stellen. weil ich mich über das geld freue. jeden tag gibt es etwas zu lernen. ich bin kaum in meiner comfort zone. wenn die angst der wegweiser ist, bin ich auf dem richtigen weg ;-)
und ich mag aber dieses jahr auch genießen. und feiern. ich mag bewusst leben. und es nicht nur durchstehen! dazu ist das leben zu kostbar. zu kurz. ich will eigentlich voll und ganz leben. jeden augenblick. das mag ich lernen.
und statt: bin ich für diesen job gut genug? mag ich mich sagen: ich bin für diesen job gut genug! alles, was passiert, passiert zur richtigen zeit im richtigen augenblick! ich schade nicht. ich bin gut.

23.02.2015

es gibt eine stimme in meinem kopf, dir mir sagt, dass ich keine fehler machen darf. dass ich mich anstrengen muss. und gut nachdenken soll, bevor ich etwas mache.
ich nenne diese stimme "kleiner polizist". diese stimme schaut grimmig. trägt eine uniform. und einen schlagstock.
dieser kleine polizist verursacht angst und unsicherheit in mir. und anspannung.
er runzelt die stirn und bewacht alles, was mir wichtig ist.
er hat ein starkes bedürfnis nach respekt.
er versteht sich gut mit einer anderen inneren stimme - mit meiner "strengen lehrerin". die mich lobt, wenn ich rücksichtsvoll, bedacht und brav bin. wenn ich keinen fehler mache. sie schaut auf die erwartungen der anderen. verlangt anpassung und vorsicht. weil ihr zugehörigkeit wichtig ist. und feedback. und resonanz. und harmonie.

ich weiß, dass die zwei ein teil von mir sind. sie passen auf mich auf. strengen sich an. arbeiten mit kontrolle.
und gleichzeitig sehn ich mich danach, loszulassen. die kontrolle abzulegen. jenseits von falsch und richtig zu leben. nicht immer schon vorher zu wissen, was gut ist. sondern im leben zu schwimmen. mit dem mut, fehler zu machen. weil ich darauf vertraue, immer zur richtigen zeit am richtige ort zu sein. immer.
und ich merke, dass die empathische stimme in mir wächst. und dass sie sich neben meinen polizisten und meine lehrerin stellt. statt sie zu bekämpfen. und das entspannt und freut mich.



18.02.2015

fasten mal anders :-)

fasten...
kommt vom mittelhochdeutschen vaselen oder viseln.
bedeutet fruchtbar machen, gedeihen, vermehren.

die fastenzeit als zeit, in der das leben wieder sichtbar wird.
in der alles blüht. sich vermehrt.
eine zeit des schöpferischen chaos.
in der mensch nicht im gleichgewicht sein musst.
sondern verrückt sein darf.
wie im fieber - februaris
platz für die verdeckten und verstaubten gefühle...

also fasten. 40 tage.
im wahren sinn des wortes.
mich zeigen. und mich ausdrücken.
nicht immer durchdacht.
auch verrückt. und unausgeglichen.
vertrauend statt kontrollierend.
laut. unhöflich. mehr ein räuber als eine prinzessin.

vielleicht mit einem fastenkalender.
jeden tag ein bild und eine chaotische mutmachgeschichte.


09.02.2015

alles ruhig und gediegen - was nicht fertig wird bleibt liegen ;-)

drei tage urlaub letzte woche. eigentlich hab ich mir arbeit in den urlaub mitgenommen. doch das, was ich wirklich gut kann ist abschalten und genießen. also hab ich im urlaub nichts gelernt. sondern gespielt. und nun der salat: ein haufen arbeit liegt vor mir: zwei klausuren, ein weiteres treffen des zusammenlegungsprozesses, projektansuchen, rechnungen, personelle fragen usw...
tja... jetzt kann ich also gelerntes der letzten jahre in die tat umsetzen: einen schritt nach dem anderen tun. und vetrauen. mit der gewissheit arbeiten, zur rechten zeit am rechten ort zu sein und zu tun, was zu tun ist.
so... damit nun ab ins büro!

19.01.2015

willkommen, unsicherheit.

hinter die eigenen überzeugungen schauen. sie aufdecken...
rücksicht ... die ansprüche der anderen wahnehmen und ihren erwartungen entsprechen?
liebe... rücksicht nehmen und einverstanden sein?
egoismus... die eigenen ansprüche wahrnehmen und sich an sich selbst orientieren ohne "rücksicht auf verluste"?
perfektionismus... sich nur so zeigen, wie man glaubt, es sei richtig? die eigene unvollkommenheit spüren und daran arbeiten?
zufriedenheit... negative gefühle so schnell wie möglich loswerden und wieder glücklich sein?
schutz... alles tun um keine schmerzen zu fühlen und nicht verletzt zu werden?
verantwortung... für die gefühle der anderen verantwortlich sein und sie vor schmerz schützen?
sicherheit... immer wieder prüfen und kontrollieren und erst die augen schließen, wenn man sicher ist?und so weder schuld noch scham fühlen?

und dann aus dem diffusen chaos neue überzeugungen leben...
rücksicht... neugierig sein. sich und die anderen wahrnehmen. empathisch sein. und sich authentisch ausdrücken.
liebe... eintauchen und genießen. was auch immer da ist - do you love yourself enough to listen to all the voices in your head?
selbstwert... das eigene leben als wertvoll betrachten und ihm priorität geben. nach den eigenen werten voll und ganz leben. selbst- und fremdbild von einander unterscheiden, damit die definitionsmacht über den selbstwert nicht von anderen abhängig ist.
zufriedenheit... vertrauen, dass das, was ist, gut ist. dass auch die "schwierigen" situationen genau richtig sind. wissen, immer zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein. gut und genug sein.
schutz... nach der eigenen intuition leben. grenzen wahrnehmen und respektieren. bei einem selbst und bei anderen.
verantwortung... response-ability - fähig sein, antworten zu geben. und entscheidungen zu treffen. gestalten.
sicherheit... wissen, dass alles immer im wandel und in bewegung ist. wissen, dass alle gefühle sinnvoll sind. schmerz. und leere. und einsamkeit. und verzweiflung. und trauer. sich berühren lassen. und greifbar werden. in der unvollkommenheit vollkommen sein.
"In dem Maße, in dem wir aufhören, gegen Unsicherheit und Ungewissheit anzukämpfen, in dem Ausmaß löst sich unsere Furcht auf." (Pema Chödrön)

03.01.2015

innehalten und sich neu ausrichten

2015...

* meinen selbstwert nicht mehr an außen knüpfen und auf empowerment hoffen. sondern zu dem stehen, was mir wichtig ist. zu meiner geschichte. meinen empfindungen.
* scham und verletzlichkeit spüren und zeigen.
* überzeugt sein, genug zu sein.
* mich für eine welt voll dankbarkeit und des genug seins engagieren (statt bei der kultur des mangels mitzumachen).
* einschlafen und mir denken, alles, was ich getan habe, war gut und genug. zufriedenheit kultivieren.
* auf das schauen, was da ist. dankbar sein. und dankbarkeit kommunizieren. in gedanken und dem gegenüber. (statt ständig wegen unerfüllten erwartungen enttäuscht sein.)
* tun, was zu tun ist. wie beim woofen. darauf vertrauen, immer zu richtigen zeit am richtigen ort zu sein. meinem herzen und meiner intuition folgen. (statt zu denken: ich sollte blablabla)
* viel zeit mit kindern spielen. von ihnen lernen. sie verstecken sich nicht. sie sind die mutigsten menschen. sie zeigen sich. in allen facetten. auch verletzlich.
* gehen.
* zum meer fahren. nach hamburg. nach kroatien.
* laos. reisen. mich einlassen.
* klettern. schifahren.
* ängste angehen. jeden tag.
* gfk lehren.
* mich immer wieder mal fragen, was ich tun würde, wenn ich so stark wie pippi langstrumpf wäre (wenn es mir also ganz egal wäre, was andere von mir denken)
* geschichte schreiben.
* leben. leben. leben. lieben. lachen. leben. leben. leben.

sich schämen und verletzlich sein

Verbundenheit - ist die Energie, die zwischen Menschen entsteht, wenn sie sich gesehen, gehört und geschätzt fühlen; wenn sie geben und empfangen können, ohne be- oder verurteilt zu werden, und wenn die Beziehung sie bereichert und stärkt.Zugehörigkeit - ist der angeborene Wunsch des Menschen, Teil von etwas Größerem zu sein. Da diese Sehnsucht so ursprünglich ist, versuchen wir häufig, sie zu erfüllen, indem wir uns anpassen und nach Zustimmung heischen, was nicht nur ein hohler Ersatz für Zugehörigkeit ist, sondern diese auch häufig verhindert. Da nur dann wahre Zugehörigkeit entstehen kann, wenn wir der Welt unser authentisches Selbst zeigen, kann unser Zugehörigkeitsgefühl nie größer sein als der Grad unserer Selbstannahme. (Brené Brown)

ich lese gerade ein buch von brené brown, das mich sehr inspiriert: verletzlichkeit macht stark. bei ihr geht es um die möglichkeit, aus vollem herzen zu leben. ein paar gedanken, die mich begeistern:

* um großes zu wagen ist es notwendig, grenzen zu setzen. das bedeutet, sich nicht zu überarbeiten und zb die eigene zeit voll, und voll und noch voller zustopfen. sondern sich selbst zu spüren. und bewusst tun. und die eigenen grenzen erkennen. und sie kommunizieren.

* perfektionismus bedeutet zu glauben, mit perfektem aussehen und verhalten tadel, beurteilung, kritik, scham, schuld und schmerz vermeiden zu können.

* gut genug mantra: 
- ich bin gut genug (= selbstwert statt scham: dünn genug, lieb genug, intelligent genug, kompetent genug,usw )
- ich habe genug gehabt (grenzen akzeptieren statt permanent übertrumpfen oder vergleichen)
- mitmachen, risiken eingehen und mich zeigen ist völlig hinreichend (engagement statt rückzug)

* wir leben in einer kultur des mangels, des nie genugs, der unzulänglichkeit. es geht darum besser zu werden, ehrgeizig zu sein, nicht zufrieden zu bleiben, um nicht stehen zu bleiben oder überrollt zu werden. 
wir tun viel, um scham zu vermeiden. der die überzeugung, schlecht zu sein, zugrunde liegt. scham botschaft: wage nichts, du bist nicht gut genug.
wir können aus einer kultur des mangels zu einer kultur des genug seins kommen. indem wir unseren fokus auf das legen, was gut ist. statt zu denken, ich hätte noch das und das und das und das und das tu sollen.
scham und verletzlichkeit zulassen, spüren und willkommen heißen. auch bei anderen. authentsiches sich zeigen würdigen.  

09.12.2014

zeit und raum fürs wesentliche



was für ein wochenende. eigentlich keine pause. und jetzt geht es weiter. die vorweihnachtszeit ist so vollgestopft. jetzt gehör ich auch zu denjenigen, die keine zeit mehr haben. die sich nach wochenenden sehnen, weil sie da zeit haben zu tun was sie wollen. das gefällt mir nicht. ich mag in der gewissheit leben, genug zeit zu haben. für das wesentliche. was das wesentlich für mich ist?
- menschen
- bewegung
- das büro in der kleinen stadt
- entspannung
vielleicht hilft es mir, wenn ich mir vorstelle, es ist momentan so, als würde ich ein jahr lang woofen...

was mich parallel zur zeitfrage beschäftigt ist die raumfrage: wie kann ich mir raum nehmen und mich immer so einbringen, dass es für mich passt? wie kann ich auf das hören, was mein bauch und herz mir sagen und dementsprechend authentisch handeln? ohne angst davor zu haben, beziehungen zu zerstören? wie kann ich meiner oma sagen, dass ich eine freundin habe? und wie kann ich dort, wo ich mit meiner meinung allein bin, ehrlich sein? 
vielleicht drauf kommen, was ich da befürchte: vielleicht steckt ja die scham hinter der angst. und in der scham spüre ich freude. und eine schelmisch lächelnde pippi... die sich die welt machen will, wie sie ihr gefällt. und das schwere einfach anpackt. ich spür also gar keine angst. ich denke nur, ich darf nicht aufmüpfig sein. und laut. und gleichzeitig will ich nicht anders. meine stimme ist es wert gehört zu werden. und ich bin es wert, mich auszudrücken wann immer ich mag. denn ich mach mir die welt wie sie mir gefällt :-)

05.12.2014

geben und nehmen

heute ist krampusstag... ich verstehe den krampus nicht ganz...
vielleicht steht er für mich für das "hässliche" und "böse"... für all das, von dem wir meinen, dass was es nicht gut genug machen. uns selbst oder anderen gegenüber. für das, was wir täglich versuchen zu verstecken. um angenommen und geliebt zu werden...
und eigentlich sollte er nicht strafen... weil all das, was wir verstecken, gehört ja auch zu uns... genau diese "dunklen" seiten sind vielleicht die, die uns zeigen, was uns gut tut, was wir brauchen...


Unsere tiefste Angst ist nicht die vor unserer Unzulänglichkeit.
Unsere tiefste Angst ist die Angst vor unserer unermesslichen Kraft.
Es ist das Licht, nicht die Dunkelheit, die uns am meisten ängstigt,
Wir fragen uns, wer bin ich, dass ich von mir sage, ich bin brillant, ich bin begabt und einzigartig?Ja, im Grunde genommen: Warum solltest du das nicht sein?
Du bist ein Kind Gottes. Wenn du dich klein machst, hilft das der Welt nicht. Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du glaubst, zusammenzuschrumpfen zu müssen, damit sich die Leute um dich herum weniger unsicher fühlen.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.
Wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, so geben wir anderen ebenfalls die Erlaubnis, ihr Licht scheinen zu lassen. Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien, befreien wir mit unserer Gegenwart auch andere.
Marianne Williamson